Gianmarco Tognazzi bei „Mozart & Friends“

Gianmarco Tognazzi und Giacomo Fornari

Im Rahmen des Festivals „Mozart & Friends“ war Gianmarco Tognazzi in Brixen zu Gast. Der italienische Schauspieler, der seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der italienischen Film-, Fernseh- und Theaterszene zählt, sprach mit Giacomo Fornari, dem künstlerischen Leiter des Festivals, über seine ganz persönliche Beziehung zur Musik und darüber, ob und wie sein Lebensweg davon geprägt war, der Sohn des berühmten Schauspielers Ugo Tognazzi zu sein. 

„La musica è la colonna sonora della nostra vita“, unterstrich Gianmarco Tognazzi. Nicht selten verbindet er bestimmte Momente mit einem bestimmten Musikstück – und wenn er es hört, kommen die entsprechenden Erinnerungen wieder hoch. So würde es wohl nicht nur ihm, sondern vielen Menschen gehen. Zusammen mit Giacomo Fornari sprach er also weniger über die Musik Mozarts im Besonderen als über die Bedeutung der Musik im Leben der Menschen, über ihre Wirkung auf Menschen und ihre Fähigkeit, Erinnerungen und Erfahrungen miteinander zu verbinden. Dabei gab er auch Einblicke in seine Hörgewohnheiten: Er selbst entdecke Musik verschiedener Genres oft ganz zufällig über das Radio. Seine eigene Beziehung zur klassischen Musik entstand durch seine Mutter, die diese sehr liebte. So fand er Zugang zu einer Welt, die ihn bis heute begleitet.

Die Musik ist der Soundtrack unseres Lebens.

In diesem Zusammenhang sprach Tognazzi auch über die Rolle der Musik als Teil eines umfassenderen kulturellen Erbes – gemeinsam etwa mit Theater, Kino, Radio und Fernsehen. „Sie waren einmal wichtige Bezugspunkte der Gesellschaft“, sagte er und bedauerte es, dass jungen Menschen heute nicht mehr ausreichend die Werkzeuge mitgegeben würden, um dieses kulturelle Erbe kennenzulernen und für sich zu entdecken. 

Ugo Tognazzi – der Star aus „Ein Käfig voller Narren“

Im Leben von Wolfgang Amadeus Mozart gab es eine intensive und komplexe Vater-Sohn-Beziehung: getragen von echter Zuneigung, aber zugleich durchaus auch spannungsreich. Leopold Mozart erkannte die Begabung des Sohnes, investierte sehr viel Zeit und Energie in dessen Ausbildung und Karriere und erwartete, dass Wolfgang die väterlichen Ratschläge befolgte. 

Ohne Parallelen zwischen dem Leben Mozarts und Tognazzis herstellen zu wollen, lag die Frage nach Gianmarco Tognazzis Verhältnis zu seinem berühmten Vater Ugo Tognazzi nahe. Dieser war einer der bekanntesten italienischen Schauspieler und weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Im deutschsprachigen Raum kennt man ihn vor allem aus der Komödie „Ein Käfig voller Narren“.

Für Gianmarco Tognazzi war der berühmte Name des Vaters Teil einer künstlerischen Herkunft, die sowohl Chancen als auch Erwartungen und Vergleiche mit sich brachte. Im Gespräch mit Fornari wurde deutlich, dass die eigene Identität immer auch im Spannungsfeld zwischen Herkunft und Selbstbestimmung entsteht. 

Die Violinistin Alina Komisarova, der Klarinettist Rocco De Bernardis, Gianmarco Tognazzi und Giacomo Fornari
Die Violinistin Alina Komisarova, der Klarinettist Rocco De Bernardis, Gianmarco Tognazzi und Giacomo Fornari

In ihrem Gespräch machten Gianmarco Tognazzi und Giacomo Fornari auf kurzweilige Art und Weise deutlich, dass Musik in Familien, Erinnerungen und Biografien eine essenzielle Rolle spielt. Oder, wie Fornari es formulierte: „Musik ist nicht nur aus Noten gemacht. Diese sind der Ausgangspunkt. Musik ist für andere Menschen gemacht.“ Und sie ist zweifelsohne Teil jener Kultur, die Menschen miteinander verbindet. 


Alle Fotos: Johanna Bampi